Dienstag, 27. Januar 2009

Die sogenannte "Weinsprache"

Nachdem ich mich nun eine Weile mit dem Weine, Weinproben und auch Weinkennern, beschäftigt habe... tendiere ich eindeutig zu den Weinliebhabern..

Warum?

Nun, wenn man sich die Ausdrucksweise mancher "Spezialisten" anhört, sitze ich da und könnte mich kugeln vor Lachen und manchmal frage ich mich, ob ich mich nicht doch ein bisserl verirrt habe...

Hier ein paar Beispiele, damit man versteht, was ich meine:

ein eleganter Wein, jedoch ohne Rückrat
(ist ein Wein von hohem Niveau, jedoch ohne genügend Säuregehalt)

reif, aber reizlos
(ist ein Wein, wenn er keine Frische und Fruchtigkeit mehr hat und ebenfalls wenig Säuregehalt ihn reizlos schmecken lässt)

den Höhepunkt erreicht
(wenn ein Wein den optimalen Zeitpunkt zur Verkostung hat, danach baut jeder Wein wieder ab und verliert an Qualität)

frühreif
(ist ein Wein, wenn er seine Reife früher als erwartet erreicht hat, nicht lange lagerfähig ist und bald Verkostet werden sollte)

wunderschön ausgereift
(ist ein Wein, wenn er trotz seiner fortgeschrittenen Reife über einen edlen und harmonischen Geschmack verfügt. Oft handelt es sich um hochwertige Prädikatsweine)

Und da gibt es noch viele Beispiele, die mich oft schmunzeln lassen und ich mich manchmal frage, wird hier nun ein Wein oder eine Frau beschrieben.
Aber vielleicht liegt das nun auch wieder im Auge des "Betrachters".

Lagerung von Elsassweinen und Geologie des Elsass

Elsässer Weine müssen nicht lange gelagert werden, um Reichtum und Fülle zu zeigen. Zwischen 6 Monaten und 5 Jahren genügen, damit sie ihre optimale Trinkreife erlangen.

Die großen Jahrgänge, die Grands Crus, Vendanges Tardives und Sélections de Grains Nobles gewinnen dagegen, wenn sie länger gelagert werden. Die Weine sollten in einem Keller aufbewahrt werden, der nicht zu trocken oder zu feucht ist.

Manche Weine zeigen bisweilen ein kleines Prickeln. Sie wurden früher abgefüllt, um ihre Eigenschaften zu bewahren.

• Elsässer Weine sollten liegend bei ca. 10 bis 15°C aufbewahrt werden.
• Ein leichter Weinsteinsatz am Flaschenboden ist ein natürliches Phänomen und häufig Zeichen einer großen Feinheit.

Sonne und Bodentypen

Prägung der Weine durch die geologische Vielfalt

Das elsässische Weinbaugebiet wird durch das Vogesengebirge gegen die ozeanischen Einflüsse geschützt, so dass es eine der niedrigsten Niederschlagsmengen Frankreichs aufweist.
Die warmen Sommertemperaturen, gefolgt von einer sonnigen Nachsaison und relativ kalte Winter sind Ausdruck eines halbkontinentalen Klimas.
Die Weinberge liegen am Fuße der Vogesenausläufer, in einer Höhe von 200 bis 400 m und profitieren von einer maximalen Sonneneinstrahlung. Diese günstigen und für das elsässische Weinbaugebiet typischen Voraussetzungen, ermöglichen es, dass die Trauben langsam reifen und sich feine Aromen bilden können.
Die Geologie des Elsass ist ausgesprochen vielseitig. Von Granit über Kalk, Lehm, Schiefer bis hin zu Sandsteinböden reicht die Palette an Untergründen. Auf diesen vielfältigen Bodentypen, die sich auf einer Fläche von 15.000 Hektar ausdehnen, gedeihen die zahlreichen Rebsorten aufs Beste.
Die typischen Böden verleihen dem elsässischen Wein einen besonderen Ausdruck,eine ebenso einzigartige wie vielschichtige Geschmacksvielfalt ...

'T Schulten Hues in Zutphen/NL



Am 14ten Januar hatten wir, das Elsassteam Pieter & Dorothe, gleich zwei Gründe zum Feiern. Zuerst hatte Linda Geburtstag (Dez. nachgeholt) und zum Zweiten war es mein Scheidungstag... also, dass musste doch alles gefeiert werden.
Da wird in Zutphen übernachtet haben, lag es nahe, das Restaurant mit dem Michelin Stern einmal zu besuchen. Der Chef war zwar in Amsterdam, aber seine Mitarbeiter haben sehr gute Arbeit geleistet. Schon beim Reservieren wurde z.B. nach Vorlieben oder Empfindlichkeiten gefragt. Nur mit der Sprache haperte es ein wenig...
Der Service war sehr gut, angenehm und aufmerksam...
Das Essen war vorzüglich, phantasiereich, frisch (natürlich) und so portioniert, dass man sich sehr wohl fühte. Weintechnisch gesehen gab es diesmal einen Riesling (Mosel, sehr gut!, und dann natürlich einen leckeren Pauillac zum Hauptgericht (Reh).... einmalig (wie bekommt man das so hin, manchmal versteh ich die Welt nicht mehr, schmunzel und verzweifel.. ich kann das einfach nicht). Beim Dessert sind wir natürlich dem Elsass treu geblieben, und es gab einen Vendange Tardive...
Aufgefallen sind uns die sehr schönen, modernen Weingläser, die man auch auf dem Bild sehen kann. (Auch die Wirkung des Weines..)
www.schultenhues.nl

Montag, 5. Januar 2009

Silvesterdiner

De L'Abbaye la Pommeraie

Wohin geht man, wenn der Jahreswechsel ansteht und noch ein runder Geburtstag? Nun ja, wenn man am Elsass wohnt, dann ist die Auswahl groß. Denn es gibt hier viele, ganz wunderbare Restaurants und Hotels.

Ich wurde überrascht mit dem wunderbaren Relais&Châteauhotel "De L'Abbaye la Pommeraie" in Selestat.
Schon beim Entrèe gab es ein Glas Roederer Champagner. Da wir ein wenig früh dort ankamen, machten wir es uns ein wenig am Kamin gemütlich.
Wir sprachen kurz mit dem Kellner, teilten ihm meine "Empfindlichkeiten" (Allergien) mit, was trotz des stressigen Abends für die Küche anscheinend kein Problem darstellte, und freuten uns schon sehr auf das Menue, welches laut Karte, ein Erlebnis werden sollte.
Übrigens, so nebenbei... das mit der Allergie war für das Hotel Bas-Rupt in Gerardmer so ein Problem ( 1 Michelin Stern), dass es nicht möglich war, dort den Abend samt Diner und Übernachtung, zu verbringen... was für ein Haus dieser "Klasse" für uns außerordentlich erstaunlich war...obwohl wir schon 3 Wochen vorher buchen wollten..

Aber zurück zum erfreulichen Teil..

Dem Menü: Le Caviar de France
Les St. Jacques (Carpaccio Tourteau et Jus d'Agrumes)
Le Foie Gras (Entenleberpastete mit Trüffel)
La Langouste et Le Homard (Raviole in Anislégumes)
L'Empereur (Filet cun Vapeur, Asperges/Spargel Vertes/grün und Trüffel)
Le Chevreuil (Médaillons vom Reh mit Sellerie)
Granité au Champagne
Le Chocolat (Mousse au Chocolat mit frischer Minze)
Mignardises (kleine Küchlein und Praliné)

Zu den Muscheln und der Langusten haben wir einen vorzüglich dazu passenden 2004 Meursault "Les Narvaux" Girardin getrunken, um dann später zu einem 1999er Château Batailley, Paulliac über zu gehen.
Sinne, was wollt ihr mehr??
Mit einem Espresso schlossen wir dieses Feuerwerk des Genusses, was dem Anlass des Abends mehr als gereichte, ab.
Auch der Service und die Aufmerksamkeit des Kellners muß man nur voll des Lobes ein, den es war perfekt in der Ausgeglichenheit.

Somit begann das neue Jahr in einer so wundervollen Stimmung, dass es nur ein "Sinn-volles" Jahr werden kann.

Nochmals lieben Dank, Pieter....

Sonntag, 28. Dezember 2008

Dienstag, 23. Dezember 2008

Frohe Weihnachten



aus dem verschneiten Elsass wünscht das JoliSoleilteam

Montag, 15. Dezember 2008

Elsass/Elzas/Alsace



Das Elsass, Alsace für die Franzosen, ist mit nur knapp 14.500 Hektar Rebfläche keine der ganz grossen Weinbauregionen Frankreichs, aber diejenige mit dem vielleicht eigenständigsten Charakter. Das Weinbaugebiet beginnt im Norden bei Strassburg geht entlang der deutschen Grenze und reicht bis nördlich von Mulhouse / Mülhausen in einem oft nur knapp zwei bis fünf Kilometer schmalen Band am Fusse der Vogesen. Seine östliche Grenze bildet der Rhein ab Basel.

Der Elsass teilt sich in zwei Départements, das als besseres Wein-Gebiet bezeichnete, südliche Haut-Rhin (Ober-Rhein) und das nördliche Bas-Rhin (Unter-Rhein).

Die Route du Vin

Die 170 Kilometer lange Weinstrasse "Route du Vin" berührt viele der wunderschönen Weinorte im landschaftlich ungemein reizvollen Gebiet. Im September und Oktober verwandelt sich die berühmte Strasse zur längsten Schlemmermeile des Landes. Tausende Schilder laden zur "Dégustation" (Weinprobe), locken Weinfeste und Kellerführungen, brodelt Traubenmost in alten Holzfässern, fliesst junger Wein aus manch einem Dorfbrunnen. Kaum beachtet wie Kientzheim, wo die Weinbruderschaft "Confrérie Staint Erienne" im Schloss alljährlich die besten Elsässer Weine auszeichnet. Die Wurzeln der Elsässer Weinbruderschaft gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Oder Hunawihr (Hunaweier), Bilderbuchdorf mit Grand-Crus-Lage, Wehrkirche und in Würdigung des Landesvogels: den Parc des Cigognes - die Schau der Störche. Dort passiert es schon einmal, dass sie ein wenig warten müssen, wenn gerade ein Storch gemütlich über die Strasse stolziert. Fast verschwunden wie das Symboltier ist auch das Erbe, das Turckheim (Türkheim) aus dem Mittelalter gerettet hat: Jeden Abend um 22 Uhr wünscht ein Nachtwächter Bewohnern und Besuchern laut, aber mundartlich "a guite Nacht".

Riquewihr (Reichenweiher) versteht sich als Zentrum des elsässischen Weinbaus. Hinter dem Dolder, malerischer Torturm und Wahrzeichen des Weinorts, wird Überzeugungsarbeit an allen Ecken und Enden geleistet: mit Dégustationen bei Dopff au molin oder Dopff & Irion, mit Kitsch und Kunst und Gugelhupf-Formen. Doch sind Ende September oder Anfang Oktober die Zufahrt in die Zentren von Kaysersberg oder Ribeauvillégesperrt, wird bei feuchtfröhlichen Weinfesten die Tradition gelebt.

Auch Obernai (Oberehnheim) hat sein mittelalterliches Stadtbild hinter einem Mauerring bewahrt. Ein Abstecher führt von hier zum 736 Meter hohen Monte St. Odile (Odilienberg). Eine zehn Kilometer lange "Heidenmauer" umgibt den "heiligen Berg" des Elsass.

Ähnlich wie Strassburg an der Ill hat auch Colmar an der Lauch eine - allerdings sehr viel kleinere - Altstadt zu bieten, "La Petite Venise", die in mittelalterlicher Tradition restauriert wurde. Von den Franken gegründet wurde Colmar im Jahre 823 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Weltberühmt wurde die mit etwa 86.000 Einwohnern drittgrösste Stadt (nach Strassburg und Mulhouse) des Elsass jedoch durch den Isenheimer Altar (Bild rechts) von Mathias Grünewald (um 1480 bis 1528) im Unterlinden-Museum.

Ebenfalls finden sie in Colmar auch das Geburtshaus des Bildhauers Frédéric-Auguste Bartholdi, der 1886 die New Yorker Freiheitsstatue erbaut hat. Das Jahr 2004 ist das Gedenkenjahr des 100. Todestages des Künstlers in Colmar.

Das Elternhaus des "Urwalddoktors" Albert Schweitzer (14.1.1875 - 4.9.1965) hat das Münstertal in der Nähe von Colmar zu bieten, . Im Pfarrhaus von Gunsbach hat der Friedensnobelpreisträger des Jahres 1953 seine Kindheit verbracht. Das Haus ist ein Museum, wo im Zimmer des Gelehrten heute noch sein Stock und sein Hut hängen. Ein Albert-Schweitzer-Weg führt anhand von 16 Tafeln auf den Spuren Albert Schweitzers durch das Dorf Günsbach. Er beginnt beim Alten Pfarrhaus in der Rue du Docteur Albert Schweitzer 3 und geht hinauf zum Denkmal auf dem Kanzrain. Sein Ende ist beim Albert-Schweitzer-Haus in der Rue du Munster 8. Der Rundgang über die 920 Meter dauert etwa eine Stunde. Ebenfalls ein Albert-Schweizer-Museum finden sie an seiner elsässischen Wirkungsstätte in Kaysersberg,einem malerischen Dörfchen mit einem weltberühmten Weihnachtsmarkt.

Dieses Tal ist auch die Heimat des berühmt-berüchtigten Münsterkäse. Stark riechend und mit rötlich-brauner Rinde schmeckt dieser elsässische Beitrag zum Käsereichtum. Käseliebhaber und Frühaufsteher können übrigens von Mai bis Oktober in der Ferme-Auberge "Lameysber" in Breitenbach beim Zubereiten des berühmten Münsterkäses zuschauen. Jeden Tag werden hier 230 Liter Frischmilch verarbeitet. Bis zu drei Wochen müssen die Käselaibe im Keller gelagert, gewendet und mit Salzwasser abgewaschen werden, bis der Verkauf ansteht.